Evangelienkommentar 1. Fastensonntag (Mk 1, 12–15)

(rb–21.2.2021) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Helene Czifra, Theologin in Salzburg.

Ein Neubeginn

Heute ist der erste Fastensonntag. Im Evangelium hören wir, wie Jesus beginnt, öffentlich aufzutreten. Zuvor erlebt er eine 40-tägige Wüstenzeit. Die Wüste ist in der Tradition immer ein besonderer Ort der Gottesbegegnung. Das Volk Israel verbrachte 40 Jahre in der Wüste, auch Johannes der Täufer hielt sich dort auf. Gleichzeitig ist die Wüste auch ein herausfordernder Ort: die Trockenheit, die Orientierungslosigkeit. Der ideale Ort also für den Widersacher.

Die Wüste ist nicht nur ein geografischer Ort, sie ist vielmehr in unserem Inneren. Auch wir kennen solche Wüstenzeiten aus unserem eigenen Leben: Nichts läuft so, wie man es sich vorgestellt hat, man irrt planlos umher, man verliert die Kraft und den Mut und selbst das Gebet scheint wie eingetrocknet zu sein. Doch genau diese dürren Zeiten im Leben erweisen sich rückblickend oft als besonderer Ort der Gegenwart Gottes. Gott verlässt uns nicht.

Entscheidend in diesen Durststrecken ist, Gott treu zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass er Pläne des Heils für uns hat. Das können wir von Jesus im heutigen Evangelium lernen. Selbst Jesus ist nicht von den Versuchungen des Satans ausgenommen, aber er fällt nicht darauf herein. Der Widersacher hat eine große Freude, uns in schwachen Momenten schnelle und billige Lösungen anzubieten, die sich als falsch herausstellen.

 

 

Das Vertrauen in die Heilspläne Gottes ist oft verrückt, zäh und mit Mühen verbunden, aber dafür nachhaltig und wirklich schön!

Der erste Satz, den Jesus zu den Menschen spricht, soll auch uns als Leitlinie dienen: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“. Umkehr ist etwas Großes, es ist das Hinwenden zu Gott. Aber es vollzieht sich in kleinen Schritten – jeden Tag aufs Neue. Es ist wie eine ständige Kurskorrektur, die ich nicht alleine schaffe.

Die katholische Kirche hat ein Sakrament, in dem die Umkehr besonders erfahrbar wird: Die Beichte. In ihr schenkt Gott mir die Gnade für einen Neubeginn. Die Umkehr, die sich im Inneren vollzieht, wird im Außen, im konkreten Tun, sichtbar und erfahrbar. Die Fastenzeit lädt uns ein, innezuhalten und unsere Herzen neu auf Gott hin auszurichten. Das heutige Evangelium dient uns dafür als Wegweiser. 

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 7/2021) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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