Evangelienkommentar 26. Sonntag im Jahreskreis (Mt 21, 28–32)

(rb–27.9.2020) Der Kommentar zum heutigen Evangelium kommt von Frank Cöppicus-Röttger, Stadtpfarrer von Radstadt und Pfarrer im Pfarrverband Forstau, Radstadt, Untertauern.

Gerecht aus Glauben?!

Die Hohepriester und die Schriftgelehrten zu denen Jesus heute redet, haben sich bemüht in Sachen der Religion alles richtig zu machen, keinen Fehler zu begehen und sich so vor Gott gerecht zu fühlen. Einer der glaubt alles richtig gemacht zu haben, ist meistens immun gegen Kritik. Somit ist Johannes der Täufer mit seiner Umkehrpredigt bei diesen Leuten regelmäßig auf taube Ohren und verschlossene Herzen gestoßen, ja, sogar auf Empörung. Denn Johannes der Täufer predigte Umkehr, d.h. persönliche Hinwendung auf der Beziehungsebene zu Gott um sein Erbarmen zu empfangen. Die Haltung der rein formellen Gebotserfüllung schnitt bei Johannes schlecht ab. Bei Jesus sind die Pharisäer, Hohepriester und Schriftgelehrten mit dem ersten Sohn im heutigen Evangelium zu vergleichen, weil es zwar nach außen hin, durch ihr Tun, so aussieht als seien sie ganz eng mit Gott verbunden aber in Wirklichkeit rein formelle Gesetzesmenschen sind, die zu Gott keine Herzensbeziehung haben und seine Vergebung auch gar nicht brauchen, weil sie ja glauben alles richtig gemacht zu haben.

Jeder, der ehrlich Gott um Erbarmen bittet und sein Leben ändern will, wird seine Liebe und Vergebung erfahren, egal wie sein Leben gewesen ist. Er wird von Gott gerecht gesprochen aus Gnade.

Bei den Zöllnern und den Dirnen ist das ganz anders. Sie haben nach außen hin ein total verkorkstes Leben geführt und bei ihnen scheint in Sachen Religion schon alles zu spät zu sein. Sie sind in der Gesellschaft hoffnungslose Fälle. Aber Jesus bescheinigt ihnen, dass sie eher ins Reich Gottes kommen als die oben genannten, weil sie der Predigt des Johannes geglaubt, ihr Leben bereut und Gott um Vergebung gebeten haben. Sie sind nicht gerecht aufgrund ihrer Taten sondern gerecht gesprochen aus Barmherzigkeit – gerecht aus Glauben. Sie haben die Liebe Gottes buchstäblich erfahren. Das wirklich Entscheidende ist bei Gott nämlich das Herz und nicht der äußere Anschein, so sehr eine echte Herzensbeziehung zu Gott und die Erfahrung seines Erbarmens einen äußeren Ausdruck finden wird.

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 39/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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