Jetzt ist die Stunde der Hauskirche

Der wichtigste Ort, um den Glauben weiterzugeben, ist die Familie. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt sie deshalb „Hauskirche“. Die gegenwärtige Krise bietet gerade für den Weihnachtsfestkreis Chancen diese Tradition wieder zu entdecken.

Gott in den eigenen vier Wänden zu feiern, ist ein besonderes Erleben. Einfach darauf einlassen.Birgit Esterbauer-Peiskammer, Diözesanreferentin für Liturgie

Kinderkrippenfeiern, Nachmittagsandachten und Mitternachtsmetten am 24. Dezember gehören zu den am meist besuchten Gottesdiensten im ganzen Jahr. Ob es dieses Jahr in der Advent- und Weihnachtszeit überhaupt öffentliche Gottesdienste während der Weihnachtsfeiertage geben wird, ist alles andere als gewiss.

Die Corona-bedingten Verbote sind aber kein Grund tatenlos zu bleiben oder Weihnachten gar ausfallen zu lassen. Neben den Streamingdiensten gibt es eine Möglichkeit wieder ganz in das Geheimnis von Advent und Weihnachten einzutauchen. „Die Hauskirche ist der Schlüssel zu einer gelebten und anhaltenden Beziehung zu Gott und seinem Wort“, sagt Maria Prügl, Autorin von Büchern zum Thema Hauskirche. „Die Hauskirche ist so alt wie die Kirche selber. Die ersten Christen haben sich in den ersten drei Jahrhunderten zu Hause getroffen, um Gottesdienst zu feiern“, berichtet die pensionierte Referentin des Referates für Ehe und Familie der Erzdiözese Salzburg. Jetzt aber gebe es eine entscheidende Möglichkeit sie vor allem in den Pfarren wieder zu entdecken.

Kirche bei dir zu Hause

„In den Kirchen, auf ihren Anschlagtafeln oder im Internet lesen wir nur mehr Verbote und was wir nicht machen können“, seufzt Prügl. „Hauskirche hingegen ist die Chance von einer Verbotskultur in den Kirchen zu einer Feierkultur in der Familie zu kommen.“ Anregungen, wie Familien Hauskirche sein können, gebe es genug, sagt die Theologin. „Wir sind nicht nur Hauskirche, wenn wir beten – die Kirche ist so lebendig wie ihre Hauskirchen“, sagt Prügl. Vielleicht muss uns das auch zu denken geben. Gerade der Advent bietet aufgrund seiner Jahreszeit und einer Atmosphäre des wachsenden Lichtes zahlreiche Momente und Traditionen, die in eine familiäre Feierkultur des christlichen Glaubens führt. Prügl rät anhand eines Leitfadens oder Buches die Hauskirche für die Familie im Advent zu entdecken.

Auf www.trotzdemnah.at gibt es Tipps,
wie Groß und Klein Advent und Weihnachten zu Hause zu feiern können.

Als Hauskirche feiern: So geht's!

Die ersten Schritte als Hauskirche. Was gilt es zu beachten?
Birgit Esterbauer-Peiskammer, Diözesanreferentin für Liturgie: Am besten ist es eine Vorlage oder einen Leitfaden zu verwenden. Möchte ich alles nehmen, was darin vorgeschlagen wird, etwas verändern und meiner Familiensituation anpassen? Mit diesen Fragen soll die Familie in die konkrete Vorbereitung gehen. Wichtig: alle Familienmitglieder als aktive Teilnehmer des Gottesdienstes einplanen und Aufgaben verteilen.

Wann soll denn gefeiert werden?
Esterbauer-Peiskammer: Es müssen nicht die Feierzeiten der Kirche vor Ort sein. Am besten ist es auch hier die Situation der Familie dem Rahmen der Feier anzupassen. Sind wir Frühaufsteher, ist der Nachmittag oder Abend der richtige Zeitpunkt? Es gilt: auf den Rhythmus der Familie zu achten.

Innere und äußere Vorbereitung auf die Feier. Was raten Sie hier?
Esterbauer-Peiskammer: Die Familie soll den für sie passenden Raum wählen und diesen mit Kerzen, Symbolen … schmücken. Die Kleidung spielt eine Rolle. Wichtig: die Familie soll sich wohl fühlen. Die inneren Voraussetzungen sind Neugierde und Gelassenheit. Keine Angst vor Hoppalas oder Schmunzeln. Es gilt die Haltung: Gott in den eigenen vier Wänden zu feiern, ist ein besonderes Erleben. Einfach darauf einlassen.

Dieser Text ist im Rupertusblatt (Nr. 48/2020) erschienen. >>> Hier können Sie unsere Wochenzeitung abonnieren.

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