Advent

Der Advent ist für uns Christinnen und Christen eine Zeit, in der wir uns auf Weihnachten, auf das Fest der Geburt Jesu Christi, vorbereiten und auf die Ankunft des Erlösers warten. Verschiedene Bräuche lassen die Vorfreude auf das Weihnachtsfest noch intensiver werden: Adventkranz und Adventkalender oder Lieder vom Warten und Hoffen.

Der Advent beginnt mit dem ersten Adventsonntag und endet am Heiligen Abend. In dieser Zeit bereiten wir uns auf das Fest der Geburt Jesu Christi vor. Gleichzeitig erinnert der Advent daran, dass wir als Christinnen und Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

Brauchtum & Symbolik

Adventkranz

Der Adventkranz ist das zentrale Symbol der Vorweihnachtszeit. Er geht zurück auf den norddeutschen evangelischen Theologen Johann Wichern (1808–1881). In Österreich setzte sich der Brauch endgültig erst nach 1945 durch. Ähnlich wie im benachbarten Bayern ist in Österreich der Kranz traditionell mit Kerzen in den liturgischen Farben geschmückt – mit drei violetten und einer rosafarbenen.

Violett, die Farbe der Buße, ist die liturgische Farbe des Advents, denn die Vorbereitungszeit auf Weihnachten soll auch von Besinnung, Umkehr und Buße bestimmt sein. Am dritten Adventsonntag, auch „Gaudete“ („Freuet euch“) genannt, wird die rosafarbene Kerze angezündet, auch die Messgewänder im Gottesdienst sind rosafarben. Damit wird die Freude zum Ausdruck gebracht, denn Rosa ist das aufgehellte Violett. Es ist die Freude auf die Geburt Jesu in Betlehem und seine Ankunft in den Herzen der Menschen. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“, schreibt Paulus im Brief an die Philipper, und weiter: „Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.“

Historisch hat sich das wahrscheinlich so entwickelt: Rosafarbene Messgewänder waren am vierten Fastensonntag üblich und wurden dann auch für den dritten Adventsonntag übernommen. Daran angepasst hat sich die rosafarbene Kerze auf dem Adventkranz.

 Sie wollen selbst einen Adventkranz binden? Die Anleitung finden Sie hier.

Adventkalender

Neben dem Adventkranz zählt auch der Adventkalender – vor allem bei Kindern beliebt – in den Tagen des Dezembers als Hinführung zum Weihnachtsfest. Verschiedene Vorformen des Adventkalenders finden sich bereits im 19. Jahrhundert. 1908 druckte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten Adventkalender mit Klapptürchen. Ursprünglich war der Kalender als religiöse Hinführung auf Weihnachten gedacht, heute verbergen sich hinter den Türchen Bilder, Sprüche oder Süßigkeiten.

Anklöpfeln

Ein vor allem in Tirol und Salzburg gängiger Brauch ist das Anklöpfeln. Im Mittelpunkt steht die Verkündung der Weihnachtsbotschaft. Eine Gruppe von Sängern verkleidet sich dafür als Hirten und zieht von Haus zu Haus, um das Weihnachtsevangelium zu verkünden. Zeitlich fällt das Anklöpfeln auf die drei Donnerstage vor Weihnachten. Mittlerweile ist der Brauch von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das Immaterielle Kulturerbe aufgenommen worden.

Frauentragen

Im städtischen Gebiet eher unbekannt, aber in ländlichen Gegenden noch praktiziert ist der Brauch des Frauentragens. Dabei wird ein Marienbild oder eine Muttergottesstatue in der Pfarre oder Nachbarschaft herumgereicht. Diese „wandert“ so von Familie zu Familie, die sie für je einen Tag aufnimmt und sie mit einem Rosenkranzgebet und Adventliedern begrüßt bzw. wieder verabschiedet.

Barbarazweige

Das erste Fest nach dem ersten Adventsonntag ist am 4. Dezember der Tag der heiligen Barbara. Im Jahr 306 starb die junge Frau aus Kleinasien den Märtyrertod, weil sie Christin war. Als Patronin der Bergleute und Architekten stehen Statuen der heiligen Barbara heute in vielen Tunneln zum Dank und als Ausdruck der Bitte um Schutz. Die Knappen im Bergwerk erhielten am Barbaratag das vor Unheil schützende „Barbaralicht“. In Bergbauorten findet noch heute am Barbaratag oder dem Sonntag danach oft eine Parade der Bergleute in alten Trachten statt. Bei den meisten geologischen Landesämtern und in geologischen Instituten wird Anfang Dezember eine Barbarafeier abgehalten. Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen.

Die heilige Barbara hat aber auch einen Bezug zu Weihnachten: An ihrem Festtag werden heute vielerorts Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen.

Die Blüten der Barbarazweige symbolisieren die Geburt Jesu. Für uns Christen ist er das neue Leben.

Dieses Brauchtum soll auf Barbaras Gefangenschaft zurückgehen: Sie habe einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinknapf benetzt; in den letzten Tagen ihres Lebens, schon im Bewusstsein ihres Todesurteils, fand sie Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte.

Rorate

Das Rorate war bis zur liturgischen Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine Votivmesse als Danksagung und zu Ehren Marias, die im Advent als Mutter des Herrn eine besondere Rolle einnimmt. Heute wir in einigen Gemeinden einfach die Werktagsmesse im Advent so genannt, in anderen ist es eine eigene Gottesdienstform.

Der Name der Roratemesse leitet sich vom Eingangsvers der Votivmesse ab, der mit den Worten des Propheten Jesaja „Rorate, caeli, desuper, et nubes pluant iustum“ beginnt. „Tauet Himmel, von oben! Ihr Wolken, es regnet den Gerechten“. So beginnt auch das bekannte Kirchenlied „Tauet, Himmel, den Gerechten“. Die Farbe der Gewänder war immer Weiß; oft wurden als Beleuchtung nur Kerzen verwendet und am Schluss wurde der sakramentale Segen erteilt. Durch die liturgische Erneuerung wurde der Akzent stärker auf die Erwartung des Herrn gelegt und die einzelnen Tage erhielten je ein komplettes Messformular mit eigenen Gebeten und Schriftlesungen.

Roratemessen werden im Advent bis zum 16. Dezember, an den Adventsamstagen, beziehungsweise an den Wochentagen in den frühen Morgenstunden gefeiert. Dabei ist es vielerorts üblich, die Kirche nur mit Kerzen, die die Menschen oft selbst mitbringen, zu erleuchten.

In vielen Kirchen öffnen sich im Advent noch in der Dunkelheit die Tore und Menschen ziehen mit brennenden Kerzen und Laternen zur Roratemesse ein. Gerade auch im städtischen Raum wird dieser Brauch wieder beliebter, hilft er doch, den Advent bewusst und in Einstimmung auf Weihnachten zu verbringen.

 

 

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