Mit Religion als Maturafach zum Kothgasser-Preis

Ehrung für eine Schülerin und zwei Schüler!

SALZBURG (eds-14. 6. 2021) / „Die Rolle der Frau in Christentum und Islam“ – mit dieser vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) für ihre Matura im Fach Katholische Religion konnte sich Hannah Schneider, Maturantin am MORG Grödig, den ersten Platz beim diesjährigen Erzbischof-Dr.-Alois-Kothgasser-Preis sichern. Für ihre Leistung unter dem Titel „Die Zukunft des Kirchenbeitrags in Österreich“ zeichnete die Jury Andreas Kobalek und Thomas Scharfetter aus. Beide haben an der HAK St. Johann im Pongau maturiert. Dotiert ist der Preis heuer mit insgesamt 1.200 Euro.

Zur Preisübergabe reiste der emeritierte Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, persönlich an. Da die Ehrung unter seinem Namen und Schirm zum bereits sechsten Mal stattfand, sagte er: „Es ist so spannend, wie sich dieses ,Kind‘ entwickelt und welche Leistungen die Maturantin und die beiden Maturanten erbracht haben. Hier stehen eine junge Expertin und zwei Experten, welche die Botschaften aus ihrem Religionsunterricht nach außen tragen. Sie sind die Multiplikatoren von morgen.“ Bei der feierlichen Übergabe war auch Weihbischof Hansjörg Hofer dabei, der sich von den Arbeiten der „Ausgezeichneten“ ebenfalls beeindruckt zeigte.

Jury-Entscheid fiel einstimmig aus

Bereits im November tagte die Jury online; in die Bewertung flossen beispielsweise die Aktualität des Themas ein, die Praxisrelevanz, der theologische Gehalt und die kritische Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema. Die Übergabe der Preise fand nun in Präsenz im eb. Gymnasium Borromäum statt. „Von insgesamt acht eingereichten Arbeiten haben wir in diesem Jahr zwei prämiert“, sagte Herbert Tiefenthaler, Jury-Vorsitzender und Fachinspektor für Religion. „Die Preisträgerin und die Preisträger haben ihr Talent, zu religiösen Themen fundiert, gewissenhaft und aktuell zu arbeiten, unter Beweis gestellt“, erklärte Tiefenthaler. Die Jury sei darin übereingekommen, dass es heuer zwei gleichwertige erste Preise geben solle, weil sich diese beiden Arbeiten durch besondere Genauigkeit und Differenziertheit auszeichnen.

Über Frauenbilder und den Kirchenbeitrag

Hannah Schneider überzeugte mit ihrer VWA, weil diese die Rolle der Frau in Christentum und Islam von der Schöpfungsgeschichte an fundiert und kritisch beleuchtet. Schneider entwickelte das Thema weiter, indem sie Blicke auf die unterschiedlichen Kulturkreise der beiden großen Weltreligionen warf. Dafür trug sie neueste Literatur zusammen und rundete die Arbeit mit einem besonders gelungenen Fazit ab.

Die anderen Preisträger, Andreas Kobalek und Thomas Scharfetter, spannten einen historischen Bogen und verglichen religiöse Finanzsysteme in Europa. Sie bezogen die „Shell Studie“ und die Bedeutung des Glaubens für Jugendliche mit ein, schöpften aus Onlinequellen sowie Zeitungsartikeln, führten Interviews und entwickelten Zukunftsperspektiven.

Preise zum sechsten Mal verliehen

Der Erzbischof-Dr.-Alois-Kothgasser-Preis wurde geschaffen, um in der Öffentlichkeit die Leistungen, Erfolge und Stärken der Maturantinnen und Maturanten, die im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts unter der professionellen Begleitung einer Religionslehrperson eine vorwissenschaftliche Arbeit bzw. eine Diplomarbeit verfassen, abzubilden.

Bereits zum sechsten Mal hat die Erzdiözese Salzburg Maturantinnen und Maturanten für ihre vorwissenschaftlichen Arbeiten aus dem Bereich des katholischen Religionsunterrichts prämiert.

Foto:

Kothgasser_Preis_Uebergabe_(c)EDS (1): Juryvorsitz Herbert Tiefenthaler, Schulamtsleiter Erwin Konjecic, em. Erzbischof Alois Kothgasser, Hannah Schneider, Andreas Kobalek und Thomas Scharfetter (v. l.)